Die Tafelstiftung Schleswig-Holstein und Hamburg bot im März und April ein Fahrsicherheits-Training für Tafel-Fahrer an. Die Teilnahmemöglichkeiten waren naturgemäß sehr begrenzt und man sollte mit eigenem Tafel-Fahrzeug erscheinen.

Für uns vom Vorstand war es wichtig, dass an dieser aufwendigen Aktion (wir mussten an dem Tag einen Leihwagen mieten) keine „Eintagsfliegen“ teilnahmen.

Für uns fuhren Jörn Spineux und Uwe Jöhnk, beide schon lange bei der Kieler Tafel, am frühen Morgen des 6. März zum ADAC-Trainingsgelände bei Lüneburg. Jörn berichtet: Uwe hatte den Crafter am Abend vorher mit nach Hause genommen und traf mich morgens um halb sechs in Blumental. Es war ein sehr kalter, klarer Morgen. Wir sahen einen herrlichen Sonnenaufgang, kamen gut durch und trafen pünktlich an Ort und Stelle ein. Dort wurde erstmal gefrühstückt. Dann gab es ein Vorgespräch. Wir wurden gefragt, was wir von dem Training erwarteten. Da blieben die meisten ziemlich einsilbig, nüchtern. Versprachen sich wohl nicht besonders viel davon. Das ADAC-Gelände bei Lüneburg ist riesengroß, so ca. 20 ha. Da war ordentlich Betrieb. Außer uns trainierte da auch noch eine Gruppe von einzelnen Privatpersonen, woanders war gleichzeitig Renntraining.

Von den Tafeln aus Schleswig-Holstein und Hamburg nahmen 18 Fahrzeuge mit je 2 – 3 Fahrern teil

Wir wurden in Gruppen aufgeteilt und wir Kieler hatten das Glück, dass wir – mit Bad Bramstedt und Preetz/Plön zur kleinsten Gruppe gehörten. Unser ADAC Trainer war Hagen Adam. Wir mussten verschiedene Module erarbeiten: das Ein- und Ausparken (exakt in einem durch Hütchen vorgegebenen Rechteck), die Notbremsung bei verschiedenen Geschwindigkeiten, das Versetzt-Fahren ohne den Vordermann zu berühren, das Kurvenfahren zum Beispiel auf Wasserstrecken, das Fahren durch eine Wasserwand: Wie reagieren wir? Schätzen wir unseren Bremsweg richtig ein? Wie reagieren wir bei Übersteuern, bei Untersteuern und wenn das Fahrzeug plötzlich wegbricht? Während der einzelnen Übungen war Hagen Adam durch Sprechfunk mit uns verbunden, sodass er direkt Hinweise geben konnte. Nach jedem Modul trafen wir uns mit ihm im Gruppenraum und arbeiteten unsere Erfahrungen gemeinsam durch. Insgesamt war es ein sehr langer, aber auch sehr interessanter Tag.

Fahrsicherheitstraining in Lüneburg

Fahrsicherheitstraining in Lüneburg

 

Wir haben wichtige Erfahrungen gemacht und gute Tipps aus allen Modulen, die mit Geschwindigkeit zu tun haben, mit nach Hause gebracht. Den erstaunlichsten Hinweis aber bekamen wir gleich zu Beginn, als Herr Adam unsere Sitze richtig einstellte. Wir mussten feststellen, dass wir bisher alle falsch gesessen haben, so schön leger weit hinten. Die sicherste Position, so der Trainer, sei nämlich die, bei der man fast an der Scheibe klebt. Bei ihr passiert im Falle einer Notbremsung am wenigsten. Unser Crafter übrigens hat sich bei all den Aufgaben sehr bewährt, viel besser als andere Transporter, die dabei waren. Auf der Heimfahrt waren Uwe und ich uns einig: dieser lange, anstrengende Tag hat sich gelohnt. Und eigentlich müssten alle Tafel-Fahrer so ein Training mitmachen. Und zwar nicht nur ein Mal. Eigentlich müsste man es all zwei Jahre wiederholen, am besten mit Ladung.

Erzählt von Jörn Spineux, aufgeschrieben von Barbara Kotte

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