Ein Problem, mit dem sich die junge Kieler Tafel im Mai 95 befasste: es ging um die Kosten für die Leerung der Miettoiletten bei der „Platte“ am Arbeitsamt. Neun Obdachlose hatten sich dort niedergelassen. Erst finanzierte ein Verein die regelmäßige Leerung, als er sich auflöste, stank es zum Himmel. Bernhard Köhler schritt energisch zur Tat, sprach unter anderem die Ministerpräsidentin auf den Missstand an. „Sehr geehrte Frau Simonis, …bitten wir Sie, die regelmäßige Leerung der Toilette zu veranlassen.“ Eine Woche später kam tatsächlich schon eine Antwort aus der Staatskanzlei: die Ministerpräsidentin habe den Innenminister gebeten, sich der Angelegenheit anzunehmen. Und dann? Erst kamen zwei Privatleute für die Kosten auf, dann halfen Sozialamt und die Zentrale Beratungsstelle.

Aber Ärger gab es zumindest noch bis in den November 1995. Da drückte der unermüdliche Bernhard Köhler in einem weiteren Brief sein Unverständnis darüber aus, „dass die regelmäßige Entleerung der Miettoilette erneut nicht eingehalten wurde.“ Ein Brief des Innenministers ist übrigens in den Akten nicht zu finden.

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